Hintergrundwissen zu Silagesickersaft:

Was ist Silagesickersaft?

Neben dem aus den Pflanzen austretenden Gärsaft können in Verbindung mit Niederschlägen weitere Silosickersäfte anfallen. Bei der Silierung, Lagerung und Entnahme werden daher folgende Silagesickersäfte unterschieden:

  • Gärsaft
  • Sickersaft
  • Verunreinigtes Niederschlagswasser

Sickersaft ist eine wässrige Lösung von Silageinhaltsstoffen und entsteht, wenn Niederschlagswasser in Flachsilos ohne Überdachung und mit unzureichender Abdeckung während der Lager- und Entnahmeperiode durch den Silagestapel dringt und sich mit organischen Stoffen anreichert. Hinsichtlich der Umweltrelevanz ist Sickersaft dem Gärsaft vergleichbar und darf daher nicht in Oberflächengewässer und das Grundwasser gelangen. Er ist wie Gärsaft einer geeigneten Verwertung (Biogasanlage/ggf. Güllegrube) zuzuführen. Das gleiche gilt für Niederschlagswasser das mit Silage in Verbindung gekommen ist. Gärsaft enthält einen hohen Anteil an organischen Stoffen. Die organischen Stoffe des Gärsaftes bestehen zum größten Teil aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten. Er enthält die gleichen organischen Säuren wie die Silage, in der Hauptsache Milch-, Essig- und Buttersäure. Der pH-Wert liegt überwiegend zwischen 4 und 5. Eine Verringerung dieses Säuregehaltes durch Zusätze, wie z. B. Kalk, ist kaum möglich. Gärsaft enthält außerdem unangenehme Geruchs- und Geschmacksstoffe. Sie machen Trinkwasser ungenießbar, selbst wenn sie nur in Spuren vorhanden sind. Spezifische Krankheitserreger sind nicht enthalten. Beim Abbau der organischen Stoffe im Gärsaft wird außergewöhnlich viel Sauerstoff verbraucht. Ein Maß hierfür ist der biochemische Sauerstoffbedarf in fünf Tagen (BSB5). Der BSB5 von Gärsaft beträgt 20 bis 100 g/l. Im Vergleich dazu liegt der BSB5 ungereinigter Hausabwässer bei 0,3 g/l. Gärsaft enthält also 70 bis 350 mal mehr sauerstoffzehrende Verbindungen als Hausabwässer.

 

Wieviel Silagesickersaft fällt an?

Bei Nasssilagen (10 % bis 20 % TM) ist die Gärsaftbildung in den ersten fünf Tagen am höchsten. Sie kann je Tag maximal bis 20 % der gesamten Gärsaftmenge betragen. Etwa 70 % der möglichen Gesamtmenge (30 l bis 50 l je dt Silage) fallen in dieser Zeit an. Nach etwa zehn Tagen ist der größte Teil, etwa 85 % (40 l bis 60 l je dt Silage), abgeflossen.

Bei leicht angewelkten Silagen (20 % bis 25 % TM) verläuft die Gärsaftbildung langsamer. Sie kann je Tag maximal bis 5 % der gesamten Gärsaftmenge betragen. Es fallen in den ersten fünf Tagen nur etwa 20 % bzw. in zehn Tagen 35 % der Gesamtmenge an, das sind 4 l bzw. 7 l je dt Silage. Bei angewelkten Silagen (25 % bis 30 % TM) fallen in den ersten zehn Tagen rund 25 % und innerhalb von 20 Tagen rund 45 % des gesamten Gärsaftes an.

Beim Silieren von Mais in der Teigreife oder Anwelksilage (über 30 % TM) entsteht praktisch kein Gärsaft.

 

Was ist die Problematik an Silagesickersaft?

Wenn Silagesickersäfte in Oberflächengewässer gelangen, werden diese geschädigt. Mit dem Ansteigen von Temperatur und pH-Wert bildet sich im Gewässer aus Ammonium (NH4 + ) Ammoniak (NH3). Für den Abbau der organischen Substanz wird Sauerstoff benötigt (Sauerstoffzehrung). Im Gewässer kann es dadurch zu Sauerstoffmangel und damit unmittelbar zu Fischsterben kommen. Die Nährstoffe Phosphat und Stickstoff können v.a. in stehenden und langsam fließenden Oberflächengewässern zur Massenentwicklung von Algen und Wasserpflanzen führen.

Silagesickersäften werden im Boden rasch abgebaut, soweit seine Sorptionskraft ausreicht, die anfallenden Mengen aufzunehmen, und genügend Sauerstoff für den Abbau der Säuren und organische Stoffe von zur Verfügung steht. Beim Auslaufen von Silagesickersaft gelangt, je nach den Untergrundverhältnissen ein mehr oder weniger großer Teil in tiefere Bodenschichten und führt dort zur Verunreinigung von Boden und Grundwasser. Zudem entzieht der Abbau organischer Bestandteile dem Grundwasser Sauerstoff. Dadurch und durch den niedrigen pH-Wert der Sickersäfte kann es zu einer nachteiligen Veränderung der Grundwasserbeschaffenheit, insbesondere zu einer Mobilisierung u.a. von Eisen, Arsen und Schwermetallen kommen, welche in unser Trinkwasser gelangen. 

 

Welche Anforderungen gibt es?

Ortsfeste Silos müssen mit einem ausreichend bemessenen Auffangbehälter für Silagesickersaft versehen sein. Auffangbehälter dürfen zudem keinen Ablauf oder Überlauf ins Freie besitzen. Unterirdische Rohrleitungen sind konstruktiv so auszuführen, dass sie wiederkehrend auf Dichtheit prüfbar sind. Die Auffangbehälter bestehen in der Regel aus monolithischen Stahlbetonbehältern aus C35/45 mit Schutzanstrich. Aus Betonringen mit Mörtelfuge zusammengesetzte Behälter sind für Silagesickersäfte nicht zulässig.

 

Wie groß muss mein Auffangbehälter sein?

Die Größe des Auffangbehälters hängt sowohl vom Trockenmassegehalt des Siliergutes (Gärsaftanfall) als auch von der Häufigkeit der Entleerung ab. Da der Trockenmassegehalt Schwankungen unterworfen ist und verunreinigtes Niederschlagswasser anfallen kann, ist bei nicht überdachten Silos stets ein Auffangbehälter von mindestens 3 m³ zu errichten, sofern aufgrund des niedrigen Trockenmassegehaltes kein größerer Behälter erforderlich ist. Allgemein wird eine Behältergröße von mindestens 3 % der Silagemenge empfohlen.

Monolithische Silagesickersaftbehälter mit Steopox Beschichtung

Unser ALL INCLUSIVE Angebot umfasst:

- Behälter, Konus und begehbare Schachtabdeckung
- freie Anlieferung in Bayern und Baden Württemberg (Rest auf Anfrage)
- 30 min versetzen inklusive

Die Qualität der Beschichtungssysteme wurde durch verschiedene Institute geprüft und zugelassen. Dazu gehören das Technologiezentrum Wasser (TZW) sowie das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt).

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2100,-€ (inkl. MwSt)
 
Einbautiefe - 3280 mm
Innendurchmesser:  1500 mm
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2250,-€ (inkl. MwSt)
 
Einbautiefe - 2355 mm
Innendurchmesser:  2500 mm
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2650,-€ (inkl. MwSt)
 
Einbautiefe - 2605 mm
Innendurchmesser:  2500 mm
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3630,-€ (inkl. MwSt)
 
Einbautiefe - 3455 mm
Innendurchmesser  2500 mm
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4000,-€ (inkl. MwSt)
 
Einbautiefe - 3805 mm
Innendurchmesser:  2500 mm
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4500,-€ (inkl. MwSt)
 
Einbautiefe - 4055 mm
Innendurchmesser  2500 mm

Diese Behälter werden deutschlandweit in mehreren Werken hergestellt und können nur über www.wasserzisterne.de direkt Online beim Hersteller bestellt werden. 

Technische Daten:
Monolithischer Behälter nach DIN 4034 Teil 1, mit werkseitig einbetonierter Einlaufmuffe (KG-DN 125)
• Beton C35/45, Wandstärke: 10 cm, Bodenstärke: 12 cm
• Maxi-Konus SH-F, Bauhöhe: 700 mm, Einstiegsöffnung für DN 700
• Deckel Kl.D (LKW) ohne Ventilation

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Bauseits zu beachten:

LKW (40t) muss an die Stelle nah ranfahren können und auf befestigtem Untergrund seine Stützen abstellen können. Dies liegt im Ermessen des LKW-Fahrers. Üblicherweise können die Behälter ca. 6-8 m weit versetzt werden. Ist dies nicht gewährleistet, behalten wir uns vor den Behälter nicht zu versetzen und diese nur auf dem Grundstück des Eigentümers abzuladen.

Ein LKW mit Kran für diese Gewichtsklasse benötigt etwa eine Vorlaufzeit von 5-10 Werktagen. Der Liefertermin kann bis 48 Std. vor Auslieferung kostenfrei geändert werden. Der Baggerunternehmer bereitet im Normalfall am Vortag den Aushub vor. Am nächsten Tag in der Früh wird die Zisterne gesetzt, angeschlossen und dann nach und nach verfüllt. Beim Verfüllen bitte darauf achten, dass regelmäßig (alle 50 cm) verdichtet wird, damit im Nachgang keine Setzungen entstehen können. Ansonsten kann sich das Zulaufrohr senken und ggf. Schwemmstoffe bzw. Ablagerungen den Zufluss zum Behälter stören.

Der Sickersaft muss aus dem Behälter wieder ausgepumpt und fachmännisch entsorgt werden. 

Persönliche Beratung

Tel.:    +49 8304 / 92 92 988

Email:  info@wasserzisterne.de

 

Unkompliziert bestellen:

- Kurze Email mit groben Inhalt des Umfangs reicht.

- Alternativ auch per Telefon möglich.